Allgemein Ausrüstung und Technik

Ritter & Stark – ein neuer Maßstab der Präzision

Ritter & Stark

The Next Generation of Rifle Production.

 

Am vergangenen Freitag hatten wir die Möglichkeit das Unternehmen Ritter & Stark in Feistritz, Kärnten zu besuchen.

Das noch junge Unternehmen beschäftigt 47 Mitarbeiter die von der Planung bis zur finalen Waffe alles im eigenen Werk fertigen. Es werden also bis auf wenige Ausnahmen (zB: Pistolengriff und Schaftkappe) alle Teile der Waffe in Feistritz bei Ritter & Stark entwickelt und produziert! Dabei kommen nur modernste CNC-Maschinen zum Einsatz.

Der Maschinenpark ist so umfangreich, dass für ein Werkstück zwei Maschinen zur Verfügung stehen. So wird gewährleistet, dass ein eventueller Ausfall sofort überbrückt werden kann.
Das ganze ist in der Produktionshalle so ausgelegt das eine high end Fertigungsstraße aufgezogen wurde. Die Maschinen werden von sachkundigen Personal bedient und mit Rohmaterialien befüttert.

Das Besser-Schiessen-Team konnte jeden Produktionsschritt von Rohmaterial über die Endmontage bis zur fertigen Waffe beobachten. Uns wurde ausführlich jeder Schritt erklärt und es war auffallend, dass die Theorie der Planung perfekt mit dem fertigen Produkt verschmolz. Die planenden Ingenieure verbringen auch täglich Zeit in der Qualitätssicherung und mit professionellen Schützen, um etwaige Verbesserungen sofort und zielbringend umsetzen zu können.

Um Fehler und Toleranzen klein zu halten haben Sie einen 3D Messtisch an dem eventuelle Fertigungstoleranzen gnadenlos aufgezeigt werden.

Von der eigenen Werkzeugausgabe bis über Materialtests wird bei Ritter & Stark nichts den Zufall überlassen.

 

Die absolute SENSATION ist die LAUFFERTIGUNG!
Selbstverständlich stellt Ritter & Stark auch die Läufe in eigener Produktion her. Dabei wird eine – in der Waffenindustrie – einzigartige Fertigungstechnik verwendet!

Die tieflochgebohrten Läufe werden elektro-chemisch erodiert. Und DAS ist der CLOU!
Dieser Vorgang dauert gerade einmal 10 Minuten! Vor unseren Augen wurde ein Laufrohling in die Maschine eingespannt und uns der Vorgang erklärt. Zehn Minuten später konnten wir den Lauf aus der Maschine entnehmen und mit einer Laufkamera begutachten.

Und jetzt kommt’s… Ich habe NOCH NIE einen solch PERFEKTEN (!!!) Lauf gesehen!
DAS IST EINE REVOLUTION IN DER LAUFFERTIGUNG!

Dieses Fertigungsverfahren arbeitet so mühelos, dass ein Entspannen (Wärmebehandlung) nicht nötig ist. Das verbessert zu einem das Material (härten und entspannen entfällt) und die Schussleistung (ein Verziehen des heißen Laufes).

Bei dieser Art von Lauffertigung kann auch ein widerstandsfähigeres Material verwendet werden als sonst üblich. Das erhöht wiederum die Lauflebensdauer.

 

Der Verschluss
Der Verschluss läuft im System “seidenweich”. Ein hängen, haken oder blockieren war auch mit großer Anstrengung nicht zu erreichen ;-). Der Verschluss ist also sauber im System geführt.

Ein absoluter Präzisionsgarant ist der Verriegelungskopf! Dieser wird aus hochvergüteten Stahl auf CNC-Zentren perfekt aus dem Vollen gefräst. Auffallend am Verriegelungskopf war die massive Ausführung. Die 6 Warzen sind zweireihig angeordnet was einen Öffnungswinkel von 60° zulässt. Der Verschluss verriegelt und zentriert übrigens direkt im Lauf!
Das führt zwangsläufig zu einer höheren Präzision. Andere Hersteller verriegeln ihre Waffen entweder im System oder mit einer Warzenbuchse im Hülsenkopf.

Die Verriegelungswarzen sind gut doppelt so massiv als bei anderen Herstellern.

Eine vollflächige Anlage der Warzen garantieren eine optimale Verriegelung und Präzision!

Weiters ist das Ausziehen der Hülse zwangsgesteuert. Hat sich also eine Hülse auf Grund von zu hohen Gasdruck oder Schmutz im Patronenlager festgefressen, kann sie dank der Hebelwirkung des Verschlusses trotzdem einfach ausgezogen werden.

Die Waffe
Wie bereits erwähnt ist wirklich ALLES durchdacht!

Das SX-1 MTR (Modular Tactical Rifle) wird serienmäßig in drei Kalibern .308 Win., .300 Win. Mag. und .338 Lapua Mag. angeboten. Dabei werden Läufe von 20″ bis 27″ verbaut. Die Läufe verfügen über 6 Züge und sind mit einer Dralllänge von 11″ (.308 Win.) und 10″ (.300 WM und .338 LM) ausgestattet. Das ermöglicht eine vielseitige Verwendung der Waffe und Munition.
Die Läufe sind entweder kanneliert oder als “Bull Barrel” erhältlich.

Die Picatinny-Schiene aus Stahl ist direkt am Lauf befestigt und hält “bombenfest”. Schienen sind mit 12, 20 oder 40 MOA Vorneigung erhältlich.

Der Schaft und das System – auf Grund der Laufverriegelung ist hier eine Gewichtsersparnis möglich – sind aus Aluminium gefertigt. Alle Teile sind auch eloxiert, was zu einer hohen Widerstandsfähigkeit führt. Hier wird keine Beschichtung aufgetragen sondern die Oberfläche des Aluminiums verändert und gehärtet.

Die Patronenzufuhr kann entweder durch ein einreihiges oder zweireihiges Magazin erfolgen. Dazu muss man lediglich den Magazinkasten tauschen. Standardmäßig ist eine Nutzung von SR-25, AR-10 oder AI Magazinen vorgesehen.

Der Schaft ist eine Mischbauweise aus Aluminium und Kunststoff. Der verwendete Schaft lässt sich genau auf den Schützen, seine Bedürfnisse und Situation anpassen. Eine Verstellung ist in Länge, Höhe und von der Schaftkappe möglich. Zudem verfügt das SX-1 über einen Klappschaft. Der Schaft ist vollkommen spielfrei und ein wackeln des Klappmechanismus (wie leider bei manch anderen Herstellern) ist nicht gegeben.

Das SX-1 MTR ermöglicht eine Verwendung von Abzügen des Modells Remington 700 und AR-Schaftteilen.

 

In der Praxis
Ritter & Stark verfügt natürlich über einen eigenen Schießstand, auf dem wir die Waffen ausgiebig testen konnten. Diese SX-1 waren mit Bixn’ Andy Abzügen, Spuhr Montagen und Kahles Zielfernrohren ausgestattet. Bei dieser Kombination bleiben natürlich keine Kritikpunkte und wir konnten das Beste aus der Waffe herausholen. Verwendet wurde hochwertige Fabriksmunition.

Wenn der “Steuermann” keine Fehler macht schießen diese Waffen unter 0,5 MOA (unter 15mm auf 100m). Das konnten wir mit 5 Schützen zu mehreren Schussgruppen voll bestätigen.

Es wird auch keine Waffe ausgeliefert die nicht konstant unter diesen 0,5 MOA schießt.

Am erstaunlichsten war eine SX-1 in .338 Lapua. Mit dieser Testwaffe wurden bereits 800 Schüsse ohne eine Reinigung abgegeben. Sie schießst noch immer unter 0,5 MOA! Das spiegelt die hohe Qualität der verwendeten Laufmaterialien (hoch vergüteter Stahl) und der Fertigung wider. Auffallend war auch das für militärische Gewehre eher untypische enge Patronenlager.

Wir können euch also wirklich versichern, diese Waffen sind TOP verarbeitet und individuelle Anpassungen und Wünsche werden von Ritter & Stark für eure Waffe auch realisiert.

 

Besser Schiessen bedankt sich für die Einladung, die Möglichkeit einer Besichtigung und eines Praxistests sowie für das große Entgegenkommen der Mitarbeiter von Ritter und Stark!

Ein besonderes Danke an Alex Chikin, Danijel Micic und Gerfried Sonnberger!
Wir freuen uns auf eine zukünftige gute Zusammenarbeit.

TEAM BESSER-SCHIESSEN
Martin

 

2 Kommentare zu “Ritter & Stark – ein neuer Maßstab der Präzision

  1. Holger Wiegand

    Klasse, schade das ich es verpasst habe

  2. Tamara Krobath

    servus Holger, wirklich schade! aber nächstes mal kommst du mit 😉

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